Seiteninhalt
17. August 2007
1. Mittelfrankentag in Alfeld, Lieritzhofen
Pretzfelder besuchen die Mittelfranken
Im Landkreis Nürnberger Land (LAU) veranstaltete der Ortsverband Alfeld im Ortsteil Lieritzhofen den 1. Mittelfrankentag. Ehrengäste und Redner waren die Bezirksvorsitzende von Mittelfranken Karin Knorr, der Landratskandidat der FW für den Lanfkreis Nürnberger Land Armin Kroder und der Landesvorsitzende der Freine Wähler Hubert Aiwanger.

Die Gemeinde Alfeld ist mit 1.200 Einwohnern auf mehrere Ortsteile verteilt. Sie liegt recht verkehrsgünstig an der Autobahn A6 und kann auf einen starken Ortsverband der Freien Wähler mit über 100 Mitgliedern stolz sein.

Der Ortsvorsitzende der Freien Wähler Uwe Blöchinger begrüßte die Anwesenden und die Ehrengäste. Er stellte seine Gemeinde kurz anhand der wichtigsten Daten vor. Beiendruckend ist die erstaunlich hohe Mitgliderzahl der Freien Wähler. Das speigelte sich auch im Gemeinderat nieder, wo die FW genauso stark vertreten ist, wie die CSU.
Alfeld liegt 40 km östlich von Nürnberg und 30 km westlich von Amberg im Landkreis Nürnberger Land (LAU) dicht neben der Autobahn A6. Bedingt durch die verkehrsgünstige Lage siedelten sich dort in den vergangenen Jahren immer wieder neue Gewerbebetriebe an. Alfeld ist eine aufstrebende Gemeinde, deren Bevölkerung zunimmt. Hier ist "die Welt noch in Ordnung". Das zeigte auch die Anwesenheit des Bürgermeisters Karl-Heinz Niebler von der CSU an diesem Abend.

Die Bezirksvorsitzende von Mittlfranken, Karin Knorr zitierte zu Beginn ihrer Rede Friedrich Nietzsche: "Wenn du zum Weibe gehst, vergiss die Peitsche nicht." schrieb der bekannte Philosoph im 19. Jahrhundert. Sie könne ihn nicht recht leiden, sagte sie, und dass das Zitat in ihrem Landkreis Erlangen-Höchstadt eigentlich folgendermaßen lauten müsse: "Wenn du zum Manne gehst, vergiss die Peitsche nicht."
Diese Anspielung auf die Fürther Landrätin Gabriele Pauli hatten die Zuhörer schnell verstanden. Und damit war für die richtige Stimmung des Abends bereits bestens gesorgt.
Unter anderem betonte Karin Knorr die soziale Kompetenz der Freien Wähler, ohne die es in Zukunft auch auf landespolitischer Ebene nicht immer zum Besten der Bürger bestellt sein werde.

Armin Kroder, der Landratskandidat der Freien Wähler im Landkreis Nürnberger Land, stellte sich im Anschluss an Karin Knorrs Rede kurz vor. Er bezeichnete sich als "Eingeborenen" des Landkreises Nürnberger Land und schilderte seinen Werdegang von der Schule, über die Bundeswehr und das Studium bis hin zu seiner jetzigen Tätigkeit in der öffentlichen Verwaltung als Jurist und Referatsleiter.
Er erklärte anhand des Beispiels der fränkischen Wurstspezialitäten, wie sich EU-Verordnungen im täglichen Leben unserer Metzger auswirken. Normen, die in Brüssel beschlossen werden, sollen von allen fleischverarbeitenden Betrieben in der gesamten Europäischen Union eingehalten werden. Bis ins Detail giing Kroder dabei auf die Bestimmungen ein und erklärte die trockene Thematik nicht ohne Witz.

Es wird schlichtweg das Aus für viele kleine Mezgereien bedeuten, wenn es von der jetzigen Regelung keine Ausnahmeregelung gäbe. Die hohen Anforderungen, des EU-Erlasses können nur finanzkräftige Unternehmen mit hohem Umsatz erfüllen. Sicher ist die Einhaltung bestimmter Normen, gerade im Hinblick auf die Gammelfleischskandale in jüngster Zeit, sehr sinnvoll. Nur ist es den kleinen Landmetzgereien und den Landwirten bei einer Hausschlachtung einfach ncit zumutbar, diese Forderungen zu erfüllen.
Die Auswirkungen werden sich auch im gesellschaftlichen Umfeld zeigen. Hier ist es dann nicht mehr möglich den ortsansässigen Vereinen schnell und unkompliziert traditionelle Spezialitäten für eine Feier anzubieten. Die Gewinner werden dann die Großunternehmen sein, die wieder mehr umsatz in ihren Filialen verzeichen können.

Als letzer Redner des Abends war der Landesvorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger an der Reihe. In einer zweistündigen Rede sprach er die wichtigsten Schwerpunkte der Landespolitik an, die es zu verbessern gilt. Am Beispiel Bildungspolitik zeigte er auf, wie durch die zusammenlegung von Klassen und Schulen, das Sterben der kleinen Dorfschulen zunimmt. Dabei darf eine Klassenstärke von 15 Schülern nicht unterschritten werden. Ob aber die Lehrer in den Städten in den großen Schulen mit einer Klassenstärke von über 30 Schülern noch "herr der Lage" sein können ist dabei äußerst fraglich. Und wenn die Kinder dabei scheitern und keinen Ausbildungsplatz bekommen, dann werden sie bereits von frühester Jugend an perspektivlos der Allgemeinheit als Harz IV-Empfänger auf der Tasche liegen.
Es ist wirtscheftlich wesentlich sinnvoller, die Fehler, die in Zukunft viel Geld kosten werden, erst gar nicht zu begehen, indem wir niedrigere Klassenstärken zuließen, betonte Aiwanger. Auch Jahrgangskombinierte Schulklassen sind ein Weg die Dorfschulen zu erhalten. Schließlich ist es auch nicht besonders umweltfreundlich, wenn die Schüler mit immer mehr Bussen in die nächste Kreisstadt gefahren werden müssen.

Die Privatisierung der statseigenen Betriebe ist ihm ein Dorn im Auge. Hier leidet der Bürger unter den Interessen einiger finanzkräftiger Anleger aus Übersee, die nur ihren Profit im Auge haben. Gerade im Bereich der medizinischen Betreuung kann sich die Privatisierung stark negativ auswirken. Eines Tages werden die Patienten nicht mehr behandelt, weil es den Ärzten nur npoch uns Geschäft geht und nicht mehr die Gesunderhaltung des Patienten im Vordergrund steht.
Ebenso verhält es sich bei der Post. Hier werden immer mehr Filialen geschlossen und neue Anbieter drängen auf den Markt. Das führt dann dazu dass fünf verschiedene Brief- und Paketzusteller hintereinander her fahren um ihre Lieferungen zu erledigen, die zuvor ein Lieferwagen transportieren konnte.
Schließlich forderte Hubert Aiwanger noch den designierten Ministerpräsidenten Günther Beckstein auf, Stellung zu beziegen, ob eine erneute Landkreisgebietsreform ansteht. Seiner Meineung nach führen größere Einheiten nur zu mehr Anonymität, die dann eine Wahl nach Parteibuch begünstigen.

Armin Kroder mit Lebensgefährtin Britta Scmitt, Hubert Aiwanger, Uwe Blöchinger, Karin Knorr, Landrat Helmut Reich, Berirksrat Klaus Hähnlein



