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9. Januar

Neujahrsempfang des Kreisverbands

Auch heuer waren die FREIEN WÄHLER Pretzfeld wieder beim Neujahrsempfang des FW-Kreisverbands Fochheim zu Gast. Vorsitzender Martin Landeck wurde von seinem Stellvertreter Gerhard Kraft und Beisitzer Georg Nützel begleitet.

Etwa 100 Freie Wähler konnte Peter Dorscht begrüßen; er appellierte vor Bürgermeistern, Kreis-, Stadt­und Gemeinderäten und den FW-Orts­vorsitzenden an den Zusammenhalt und forderte eine rege Beteiligung an Veranstaltungen des Kreisverbands. Die FW hätten im Landkreis viel erreicht, das es zu verteidigen gelte. Darüber hinaus wolle man früheres „FW-Stammterrain“ zurückerobern. Etwa an der Spitze in Ebermannstadt oder in Forchheim. Hierfür gelte es zu arbeiten.

Peter Dorscht bezweifelte, dass der vielgepriesene Aufschwung im Land­kreis Forchheim schon angekommen sei. Selbst wenn Siemens in den Stand­ort Forchheim investiere und 1200 Arbeitsplätze von Erlangen nach Forchheim verlagere, sei dies nur ein Teil der Geschichte.
„Wo bleiben die Gemeinden außer­halb des Forchheimer Speckgürtels entlang der Regnitz und der A 73. Was wird aus dem Oberland?“, fragte Dorscht in die Runde. Ohne Breitband­anschluss, ohne Gewerbeansiedlun­gen, ohne attraktiven ÖPNV.
Angesichts der im Kreis anstehen­den Aufgaben, wie Straßenunterhalt, Sanierung und Erhalt der Schulen und steigender Sozialausgaben, stelle sich die Frage, wie die Kreisumlage von den Gemeinden zukünftig aufge­bracht
werden soll.

Es gibt viel zu tun

Im Kreis Forchheim gebe es viele Projekte die angegangen werden müs­sen. Es gelte, diese zu thematisieren und Lösungen anzubieten. Für Eber­mannstadt und sein Verkehrsproblem müsse schnellstmöglich eine Lösung gefunden werden. „Ebermannstadt darf nicht zur Staumauer werden, die die östlich gelegenen Gebiete des Landkreises abschirmt.“ Im Bereich des Öffentlichen Perso­nen Nahverkehrs (ÖPNV) sei das Anrufsammeltaxi wiederzubeleben und weiterzuentwickeln. Es werde eine DSL-Versorgung für alle Bürger benötigt, so wie auch der Verlauf der
Ostspange für die Südumgehung der B470 zu prüfen sei.
Dorscht forderte „Leuchtturmpro­jekte“ für den Kreis im Bereich Elek­tromobilität und alternativer Energie­versorgung, die auch alternative Ein­nahmequellen der Gemeinden werden könnten.
„Der Export brummt, die Konjunk­turpakete greifen, Deutschland ist gut aus der Krise gekommen und der Süden leuchtet“, so der Landtagsabge­ordnete Thorsten Glauber, der bei der Regierungskoalition in München „fal­sche Signale“ sah: Während man über fünf Euro Erhöhung für Hartz-IV-Empfänger seit Monaten diskutiere, sei man bei Steuergeschenken für Großverdiener „nicht so zimperlich“.
Unbedingt erforderlich sei die Aus­arbeitung
eines Kinder- und Jugend­programms, im Sinne einer zukunfts­orientierten Beteiligungspolitik. Glau­ber: „Der Weg dieser Politik ist Kom­munikation, respektvoller Austausch und Zusammenarbeit mit der Jugend.“ Ihm als jugendpolitischem Sprecher in der Freien-Wähler-Land­tagsfraktion gehe es vor allem um die Verstärkung von Kinder- und Jugend­schutz mit zwei Schwerpunkten: Gesundheit und Medien.

Spätfolgen unterschätzt

Das Thema Alkohol und Komasau­fen bei Jugendlichen sei ein Problem, das in der Öffentlichkeit immer noch zu sehr verharmlost werde — und die „gesundheitlichen Spätfolgen werden nicht genug ernst genommen“, sagte
Glauber. Ebenso müsse man Pro­gramme implementieren, die einen altersgerechten Umgang mit Internet und Medien vermitteln.

Vernünftiger Umgang gefordert

Ziel dieser Präventionsarbeit solle das Erlernen eines „vernünftigen, sachgerechten und schließlich erwach­senen Umgangs“ mit den Möglichkei­ten und Herausforderungen der Ge­sellschaft
sein. Wichtig sei es, laut Glauber und der Fraktion der Freien Wähler im Land­tag, zu den bestehenden Angeboten ein Freiwilliges Politisches Jahr zu schaffen. Dessen Ziel wiederum soll eine umfassende politische Bildung sowie eine Sozialisation der Jugendli­chen sein.